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Praktikum bei Ulla Lohmann

Nach meiner Ausbildung zur Fotografin im August, habe ich im September ein Praktikum für 6 Monate bei Ulla Lohmann angefangen. Ich war in meiner Ausbildungszeit hauptsächlich im Studio tätig und deswegen war die Freude umso größer, als ich wusste, dass ich ein Praktikum bei einer der bekanntesten Fotojournalistin in Deutschland machen darf – und somit viel in der Natur fotografieren werde. Ulla ist Fotografin und Dokumentarfilmerin und arbeitet mit ihrem Mann Basti der Kameradrohnenpilot und Makrofotograf ist, eng zusammen. Sie sind die meiste Zeit des Jahres unterwegs. Dabei zieht es sie hauptsächlich in die Südsee. Vanuatu und Papua-Neuguinea kennt Ulla wie ihre Westentasche. Sie spricht acht Sprachen und hat sich in all den Jahren, in denen sie die Welt bereist hat, viele Tricks und Kniffe in der Fotografie angeeignet. Ulla und Basti kamen im August 2015 von mehreren langen Reisen zurück und somit gab es gleich zu Beginn meines Praktikums viel zu tun. Es ging los mit Daten sichern, auswählen und bearbeiten. Emails, die aufgrund der Reisen aufgeschoben wurde, zu beantworten. Für mich war das unheimlich spannend, da ich mitten drin war und selbst gleich sehr viel tun und mithelfen durfte. Ich habe schnell gemerkt, dass ich definitiv keine Klischeehafte Praktikantin bin, wie es in der Foto- und Filmwelt leider sehr oft üblich ist. Denn Ulla hat mich von Anfang an intensiv über ihre Schulter schauen lassen: Wie beantworte ich welche Emails; Was hat Priorität und was wird vorerst zurückgestellt; Wie mache ich mögliche neue Kunden auf eine Geschichte/Bilder aufmerksam; Wie bearbeite ich Bilder, die anfangs unscheinbar wirken so, dass sie spannend und mitreißend sind. Ich war fasziniert von ihrer Arbeitsweise und ihrem Ehrgeiz den sie an den Tag legte. Auch von ihrer positiven Art und Ausstrahlung wurde ich sofort mitgerissen. Wenn ich Fragen oder Anregungen hatte, konnte ich sie immer stellen. Ulla hat mich oft nach meiner Meinung zu bestimmten Themen gefragt. Ich habe viel Eigenverantwortung gehabt und das hat meine Arbeitsweise und –sicht sehr positiv beeinträchtig. Es war für mich sehr spannend die „theoretische“ Arbeit einer Fotojournalistin kennen zu lernen. Denn es ist nicht immer das, was viele denken. Ulla hat selbst einmal gesagt, dass man als Fotojournalistin 2% die Kamera in der Hand hat, die anderen 98% sind die Nachbereitung und das Vorbereiten, für die nächsten Projekte. Es ist definitiv kein Zuckerschlecken. Dazu gehört eine ordentliche Portion Disziplin, Ehrgeiz und ganz viel Leidenschaft. Diese drei Eigenschaften sind bei Ulla und Basti definitiv vorhanden. Durch sie habe ich gelernt, auch wenn es nicht gleich auf Anhieb klappt, probiert man es ein zweites Mal und gibt seinen Traum niemals auf. Ein Highlight von meinem Praktikum waren die beiden Foto-Workshops, die Basti und Ulla zusammen geleitet haben. Einer der Workshops fand in den Bergen und einer in Südtirol statt. Jeweils mit ca. 12-15 Teilnehmern. Einige der Teilnehmer hatte schon Vorkenntnisse bezüglich manueller Kamerabedienung, andere haben noch etwas Übung gebraucht. Wir haben jeden Tag draußen in der Natur verbracht, und ich habe zusammen mit Basti und Ulla den Teilnehmern Stück für Stück das manuelle Fotografieren beigebracht. Wir haben uns alle sehr gut verstanden und innerhalb von ein paar Tagen sind wir zu einem super Team geworden. Jeder hat von jedem gelernt, man hat Erfahrungen ausgetauscht und sich Inspirieren lassen. Ich habe davon sehr viel mitgenommen. Auch was ganz besonderes und völlig Neues für mich war die Tour durch Deutschland mit Ulla, Basti, Lisa (Praktikantin) und drei Mitarbeitern von MovingAdventures aus München. Wir sind mit einem VW-Bus inklusive E-Piano in 12 verschiedenen Städten gewesen. Basti und Ulla haben gemeinsam ein Buch über die Dolomiten geschrieben und mit Aufnahmen, die sie von ihrer gemeinsamen Reise gemacht haben, veröffentlicht. Sie sind geklettert, zu Fuß gegangen oder mit dem Rad gefahren – vom Gardasee bis zur Marmolata. Dazu gab es eine Vortragstour. Zu der Tour durch Deutschland habe ich Flyer und Postkarten gestaltet. Für die Reisen, die die beiden nach Vanuatu und Papua-Neuguinea anbieten und die Workshops, habe ich passende Bilder rausgesucht und Texte dazu geschrieben. Ich konnte mich kreativ sehr ausleben. Außerdem habe ich mich zusammen mit Lisa um den Verkauf der Bücher, während der Vorträge gekümmert. Wir haben alle zusammengehalten und eine Menge Spaß gehabt. Und obwohl wir jeden Tag in einer anderen Stadt waren und jeden Tag auf- und abbauen mussten, war das eine absolut tolle Erfahrung für mich. Die Stimmung während der Tour war super, und als wir alle wieder zu Hause in München waren, hat man das „Tourleben“ sogar schon fast vermisst. Alles in Allem haben mir die 6 Monate Praktikum unheimlich viel Spaß gemacht. Ich habe sehr sehr viel lernen dürfen und für meine Zukunft mitnehmen können. Es wurde viel zusammen gelacht und getrunken - Basti hatte immer ein Bier oder einen besonderen Schnaps parat ;-) Ich bin sehr froh und dankbar darüber, dass ich das Praktikum bei Ulla machen durfte und dass sie mir so viel von ihrer Arbeit gezeigt hat.

Vielen Dank - Macht weiter so! 

Lucia Gistl 

  • Street Photography Workshop - Unter und über der Erde

    Ein Blogbeitrag von Katharina Till Mit Ulla Lohmann, Canon Explorer Regen über Regen. Die Stimmung am Sonntag, den 17.4.2016 ist dennoch nicht getrübt. Ulla Lohmann gelingt es, uns alle mit verschiedenen Aufgaben und Herausforderung den Regen vergessen…

    Being an intern for Ulla Lohmann

    After finishing my three- year apprenticeship as a Photographer in August 2015, I started a six months internship for Ulla Lohmann. I worked a lot in the studio before, so I was even more excited to be the intern for one of Germany’s most popular…